Parkinson trifft Parkinson

Foto © Büro der Nachbarschaften (BdN)

Veranstaltet vom Büro der Nachbarschaften in der Kernstockgasse 20 in Graz gibt es also neu und noch in der Aufwärmphase eine weitere Möglichkeit, sich zum Thema Parkinson auszutauschen. Wobei allerdings betont wird, dass JEDER – mit und ohne Parkinson – herzlich willkommen ist.

Und wir waren willkommen. Connie hatte davon im Netz gelesen und gemeinsam erlebten wir zwei unbeschwerte Stunden bei Kaffee und Kuchen, bei Gesang mit toller Gitarrenbegleitung und auch wenn oder gerade weil die Möblierung irgendwie zusammen gestoppelt ist und wenig finanzieller background vorhanden scheint – darum eben und natürlich weil Herbert und Tamara offene und herzliche Gastgeber sind waren dies zwei Wohlfühlstunden, in denen jeder einfach so sein kann wie er will oder ist.

Ziel des Nachbarschaftsbüros ist es, vereinsamte Menschen aus ihren Wohnungen zu locken, Gespräche anzuregen, das Miteinander zu fördern.

Noch einen Probegalopp des Parkinsontreffens gibt es am nächsten Freitag, 9.11.2018, weitere und regelmäßige Treffen dann ab Jänner.

Das J-ULIfest

Was am J-ULIfest das Schönste ist? Die Einladung? Ich bemühe mich jedes Jahr, eine besondere zu gestalten.

Die Zaungalerie? Sie ist irgendwie gewohnt gewordener Begleiter und Zeichen meines Stolzes wenn meine „Werke“ die Straße entlang die Blicke auf sich ziehen.

NEIN. Das Schönste an diesem Abend ist, dass Alt und Jung zusammen kommen, Nachbarn, Freunde, Verwandte, Menschen ohne und mit Parkinson. Aber die Erkrankung ist an diesem Abend nicht präsent. Natürlich erkennt man mit erfahrenem Blick wer möglicherweise ein Betroffener ist aber das ist beim J-Ulifest Nebensache. An diesem Abend hat der Parkinson keine Berechtigung sich aufzuspielen, ist der die unwichtigste Nebensache der Welt.

Die Bowle schmeckt. Die Schüssel leert sich rasch. Auch die Ripperl wecken den Appetit und sind warmgehalten und dann schnell aufgegessen.

Eine Jausenplatte ist zuviel und bleibt letztlich unberührt und übrig aber das liegt nicht am mangelnden Interesse sondern daran, dass der Wirt vom Heurigen „Zur schönen Aussicht“ Riesenportionen aufgelegt hat. Gutgemeint versteht sich.

Ich bin glücklich obwohl mich das Wetter ärgert weil der Regen immer wieder dazu nötigt, die Sitzkissen wegzuräumen und wieder aufzulegen aber letztlich schafft es die Sonne doch, das Fest zum Sommerfest werden zu lassen. Naja. Wenigstens bis es finster wird. Die Fackeln verlöschen durch den neuerlichen Regen und das kleine Häufchen Gäste sitzt wieder einmal jedoch in launiger Runde unter der Terrasse.

An diesem Abend bleibt der Parkinson zu Hause. Scheint er vergesssen. Einfach nicht wichtig. Morgen wird er wieder da sein. Alltag. Nicht ganz. Erst aufräumen. Soll er mich ruhig dabei begleiten.

Irgendwie mag ich ihn ja. Meinen Parkinson.

Ich bedanke mich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass aus der Einladung ein Fest wurde. DANKE!

Uli Sajko (auf Grund der neuen Datenschutzverordnung ohne Fotos. Leider!)

REHA Bad Radkersburg

Aus dem runden Tisch

 wurde heute ein voller Raum und Herr Direktor Prim. Dr. Kubik nahm sich viel Zeit erst einmal das Allerwichtigste sehr komprimiert rund ums Thema Parkinson aufzuzeigen und zu erklären und beantwortete im Anschluss geduldig viele Fragen von Betroffenen.

Zur Rehabilitation in Bad Radkersburg

betonte er die unterschiedlichen Bedürfnisse von Schlaganfall- und Parkinson Patienten, denn während beim Schlaganfall Patienten die Bewegungsabläufe neu erlernt werden müssen sind diese beim Parkinson Patienten vorhanden und müssen nur abgerufen und durch übergroße Übungen wieder geläufig gemacht werden.

Aber auch bei den Parkinson Patienten selbst wird auf jeden einzelnen eingegangen wie eben auch der Parkinson bei jedem anders auftritt. Nur Übungen zum Gleichgewicht sind für alle gleichermaßen von Wichtigkeit.

Wie es der Zufall wollte, ist auch gerade der Obmannstellvertreter des Landesverbandes Vorarlberg auf REHA hier und er begründete seinen Aufenthalt damit, dass es in der Steiermark halt so gemütlich wäre. Wir freuen uns. Danke!

 Als kleines Dankeschön durfte ich der REHA Klinik Maria Theresia eine bunte Schnecke (in Öl) überreichen und mit einem kurzen Video begleitend die Selbsthilfegruppe Parkinsonline vorstellen.

Das allgemein frohe Treffen rundete eine Musiktherapie bei Lisa Tomantschger ab wobei „Lady in black“ und „You’ve got a friend“ enthusiastisch und opernreif artikuliert wurden.

Der schöne Nachmittag endete mit Sonnenschein und einem Temmel-Eis. Gerne kommen wir wieder.

Die REHA Klinik Maria Theresia in Bad Radkersburg empfiehlt sich.