GRAZ 2019 – ein Rückblick

Volles Haus bei allen Vorträgen

Tag 3

Nach einem Besuch des Schloßberges und dem Blick über die Dächer der Altstadt waren wir ins Rathaus geladen zu sehr intensiven Gesprächen mit Stadtrat Mag. Robert Krotzer,  erst im Mediensaal und dann bei feinstem Buffet und erfrischenden Getränken. Abschließend durften wir im Sitzungssaal Platz nehmen und auch auf den enttäuschend schmalen Balkon hinaustreten zu einem einzigartigen Blick über den Grazer Hauptplatz.

Stadtrat Mag. Robert Krotzer

Dank der so herzlichen Aufnahme im Rathaus waren wir ganz schön in Eile mit den letzten Vorbereitungen für den Vorträgenachmittag.

„Die südsteirische Weinstraße“ – jeder Seminarraum im Steiermarkhof hat einen klingenden Namen – platzte aus allen Nähten und war einfach zu klein, was andererseits auch wieder den Vorteil hatte, dass die Referenten gut verständlich waren und es kein Hin und Her während der Referate gab, weil Stuhl an Stuhl zum Sitzenbleiben zwang.

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PON Präsident Gerald Ganglbauer begrüßt

Aber die Referate fesselten von sich aus. Den Anfang machte Dr. Simone Mayer, die aus Dresden angereist war und über die Früherkennung informierte. Und auch wenn alle Teilnehmer ihre Diagnose längst wussten so lud  der Vortrag ein, sich bezüglich Kinder und Enkel Gedanken zu machen, aber er machte auch Hoffnung, weil die Früherkennung möglicherweise ein Weg ist, die Krankheit Parkinson endlich stoppen und heilen zu können.

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Dr. Simone Mayer, Dresden

Dr. Mariella Kögl aus Graz informierte energisch, wie es ihre Art ist, in Vertretung von Dr. Petra Schwingenschuh über die PROMOVE Studie, an der in Graz zur Zeit über 300 Betroffene teilnehmen und in ihrem Referat auch noch über die wenigen Möglichkeiten, die dem fortgeschrittenen Parkinson Patienten zur Verfügung stehen.

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Dr. Mariella Kögl bei ihren zwei Referaten

Nach Doping mit süßen Schnecken und Koffein und professioneller Smovey Auflockerung begrüßten wir Dr. Willi Gerschlager (Wien), der mit seinen beiden Büchern Leitwerke geschrieben hat und die sich jedem Parkinson Betroffenen als Begleiter anbieten und dienlich sind.

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Dr. Willi Gerschlager entspannt

Hochkarätig ging es weiter mit Dr. Ronald Saurugg (Hartberg), der dem Unterschied von Mann und Frau im Bezug auf die Erkrankung nachging nicht ohne mit seinen kleinen Zeichnungen aufzuheitern.

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Dr. Ronald Saurugg

Zum Schluss kamen noch die Apotheker Mag. Heidrun Mariacher und Mag. Christine Trinker (Graz) zu Wort mit Information zu Generika, die gar keine Generika sein müssen und zu Vitaminen und Zusatzstoffen, die bei Mangel Schmerzen, Krämpfe, Verstopfung verursachen können und damit den Parkinson verschlimmern.

Ein Brötchenbuffet lud zum Verweilen ein und so löste sich die Veranstaltung erst nach und nach gegen 22 Uhr auf.

Tag 2

Tag 1

Ich danke allen, die mit ihren vielen Handgriffen zum Gelingen beigetragen haben, danke allen die gekommen sind für ihr Interesse und hoffe, dass das Treffen Graz 2019 noch lange in guter Erinnerung bleibt.

Uli Sajko

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YOPD GLOBAL

Gold Room Stills - 4
„Let It Be“ wurde gemeinsam von allen YOPD Aktivisten gesungen

Wir „Jungen“ mit Parkinson stehen überall auf der Welt vor Herausforderungen, die sich von jenen der an Altersparkinson erkrankten Menschen unterscheiden, wie in einer Sondersitzung am 5. Weltparkinsonkongress festgehalten wurde. YOPD (Young Onset Parkinson’s Disease) betrifft zwar „nur“ etwa 10% der Patienten, erfordert aber eigenständige Selbsthilfe und Forschung, waren sich die Delegierten am WPC einig.

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Dazu müsse man global denken, aber lokal handeln, warf ich in einer Wortmeldung ein, und bezog es auf Sprachräume wie den deutschen, der nicht einmal einen geläufigen Namen für YOPD hat. Kein Wunder, dass die meisten jungen Aktivisten (unter 65) aus dem englischen Sprachraum kommen. Ähnlich der bekannten Situation in Österreich bekommen YOPD auch in Großbritannien keine Unterstützung von Parkinson’s UK für ein geplantes Treffen der Jungen, wie Shane Breslin (Irland) ausführte. Man müsse sich stärker definieren, eine online Umfrage gestalten, forderte Rebecca Miller (US) und bot sich an, mitzuarbeiten. In Melbourne (Australien) trennen sich YOPD bereits von den alten Vereinen, berichtet Geoff Constable (UK).

Unterstützungserklärungen kamen aus allen Ecken der Welt, vom Broadcaster Larry Gifford aus Kanada bis zu Eli Pollard (WPC), von Rui Couto aus Portugal und natürlich auch von mir für Österreich. Man darf diese weltweite Aufbruchstimmung nicht vorübergehen lassen, solange wir noch Kraft haben, etwas zu bewegen. Und das, neben dem Launch unserer Parkinsong Duets, schien mir das wichtigste Ergebnis des 5. WPC in Kyoto (Japan) gewesen zu sein. YOPD GLOBAL haben nun knapp drei Jahre, um sich für den 6. WPC in Barcelona (Spanien) zu formieren. Parkinsonline ist jedenfalls dabei.

Gerald Ganglbauer